IG Metall Dresden und Riesa
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28.07.2021, 15:07 Uhr

Arbeitskampf

Urabstimmung über unbefristeten Arbeitskampf im Kabelwerk Meißen

  • 28.01.2021
  • Aktuelles, Tarifverhandlungen, Bildergalerie

Am 27. Januar 2021 hat die IG Metall Riesa ihre Mitglieder im Kabelwerk Meißen Wilhelm Balzer GmbH zur Urabstimmung über die Durchführung eines unbefristeten Streiks aufgerufen. Mit ihrem positiven Votum signalisierten die Mitglieder klar ihre Kampfbereitschaft und gaben der IG Metall-Geschäftsstelle damit den Auftrag, die Streikmaßnahmen einzuleiten. Ziel ist der Abschluss eines Tarifvertrages für das nicht tarifgebundene Unternehmen.

Bilder: IG Metall Urabstimmung im Kabelwerk Meißen

Das Logo zur Tarifauseinandersetzung im Kabelwerk Meißen

Bei einer Urabstimmung müssen nach IG Metall-Satzung mindestens 75 Prozent der betrieblichen Mitglieder dem Arbeitskampf zustimmen. Der IG Metall-Vorstand hat der Durchführung des Streiks ebenfalls zugestimmt. Die IG Metall Riesa wird jetzt alle nötigen Schritte in die Wege leiten, um mit dem Erzwingungsstreik in Kürze zu beginnen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation sowie der damit verbundenen Corona-Schutzverordnung wird die Durchführung des Arbeitskampfes nicht auf konventionellem Wege stattfinden. „Die momentane Situation erlaubt es uns nicht, dass wir uns klassisch mit unseren Mitgliedern vor dem Werkstor treffen, um den Betrieb zu bestreiken“, erläutert Stefan Ehly, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Riesa. „Wir möchten die Geschäftsführung unter Druck setzen, aber niemanden gesundheitlich gefährden. Das Verhalten des Geschäftsführers ist unverantwortlich, da er genau weiß, dass uns lediglich das Mittel des unbefristeten Streiks bleibt, wenn er nicht reagiert und endlich in konstruktive Verhandlungen eintritt. Damit schadet er nicht nur dem Kabelwerk, dem Gesellschafter und den Kundenbetrieben, sondern zwingt uns auch dazu, in dieser besonderen Situation zu Maßnahmen zu ergreifen, die wir gerne verhindert hätten.“

Und weiter: „Wir lassen uns aber auch jetzt nicht von der Ausübung elementarer Grundrechte abhalten. Die dauerhafte Arbeitsniederlegung ist das letzte und einzig effektive Mittel zur Durchsetzung unserer Forderung – und wir werden es jetzt einsetzen! Um Infektionen zu vermeiden, fordern wir die Kolleginnen und Kollegen auf, den Streik von zu Hause aus durchzuführen. Wir werden aber rund um die Uhr mit einer kleinen Streik-Delegation vor Ort sein.“

Für Rückfragen:

Stefan Ehly, 0160 533 0284

Willi Eisele, 0170 3333 230

Hintergrund:

Das Kabelwerk Meißen ist ein mittelständisches Unternehmen mit aktuell 123 Beschäftigten. Bis 2017 war das Werk tarifgebunden, da es zur Wendezeit dem Siemenskonzern angehörte. Seit elf Jahren hat die Belegschaft mittlerweile keine Entgelterhöhung erhalten. Das entspricht einem Reallohnverlust von rund 30 Prozent.

Zudem sind für die Beschäftigten unterschiedliche Wochenarbeitszeiten geregelt. Viele Werksangehörige sind im Laufe des Jahres der IG Metall beigetreten und haben den Arbeitgeber zur Verhandlung eines neuen Tarifvertrages aufgefordert. Bereits seit Anfang Juni 2020 bemüht sich die IG Metall Riesa bisher erfolglos um Gespräche mit der Geschäftsführung der Kabelwerk Meißen Wilhelm Balzer GmbH. Insgesamt sieben Warnstreiks sowie zahlreiche Aktionen, unter anderem ein Autokorso durch Meißen sowie eine Plakataktion der Belegschaft wurden von der Geschäftsführung ignoriert. Bis heute gibt es keine konstruktive Reaktion.