IG Metall Dresden und Riesa
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18.01.2019, 14:01 Uhr

Metall- und Elektroindustrie

Frust über Nicht-Einhaltung der Tarifverträge bei Koenig & Bauer Radebeul

  • 19.12.2018
  • Aktuelles, Branchen / Betriebe

Die Einhaltung der unterzeichneten Tarifverträge versteht sich eigentlich von selbst. Das sehen offenbar Teile der Geschäftsführung von Koenig & Bauer in Radebeul nicht so. Deshalb haben die Vertrauensleute am Mittwoch, den 19.12.2018, den Konflikt in die Öffentlichkeit getragen.

Foto: IG Metall

„Wir machen heute eine Vertrauensleute-Sitzung unter freiem Himmel vor unserer Firma“, sagt Daniel Pfeifer, der VK-Leiter des Druckmaschinen-Herstellers Koenig & Bauer aus Radebeul.
Kurzfristig haben sich die Vertrauensleute dazu entschieden, den im Werk schwelenden Konflikt nun in die Öffentlichkeit zu tragen. Genauer gesagt geht es um die Umsetzung des neuen Tarifvertrages Tarifliches Zusatzgeld, kurz T-Zug.

Bereits im Februar wurde der neue Tarifvertrag T-Zug mit der Wahlmöglichkeit zwischen einer Einmalzahlung oder 8 zusätzlichen freie Tage vom Arbeitgeberverband unterzeichnet.

Die Koenig und Bauer AG hat insgesamt ca. 480 Anträge auf die 8 zusätzlichen freien Tage von den Beschäftigten vorliegen.
„Aus einem Bereich, der Industrial, haben wir die Zusage zur Umsetzung bekommen. In den Bereichen Sheetfed und Deutschland GmbH besteht beim Arbeitgeber allerdings eine völlige Blockadehaltung. Dafür haben wir als IG Metall Vertrauensleute absolut kein Verständnis“ - so Daniel Pfeifer weiter.

Dass diese Wahlmöglichkeit für einen Großteil der Beschäftigten der Koenig & Bauer AG in Radebeul nun nicht bestehen soll, ist auch für die IG Metall Dresden nicht nachvollziehbar.

Steven Kempe, betreuender Gewerkschaftssekretär kommentierte: „Die Kolleginnen und Kollegen haben Anfang des Jahres dafür gekämpft, dass dieser Tarifvertrag unterschieben wird. Jetzt will sich der Arbeitgeber nicht an seine Tarifverträge halten. Dies sorgt bei der Belegschaft zurecht für Unmut. Bereits zur Betriebsversammlung Anfang Dezember hat die Belegschaft der Geschäftsleitung mit roten Karten gezeigt, was sie von diesen willkürlichen Entscheidungen halten. Auch die Vertrauensleute-Sitzung unter freiem Himmel zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig ihnen die Wahlmöglichkeit und somit ein Stück Selbstbestimmung ihrer Zeit ist. Nun hat es der Arbeitgeber in der Hand, diesen Konflikt zu lösen."


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