22.01.2026 | Nach der Ankündigung des Rheinmetall-Konzerns, den gesamten Automotive-Bereich mit rund 7.800 Arbeitsplätzen zu verkaufen, fand am 21. Januar die zweite Tarifverhandlung zu einem Überleitungstarifvertrag in Düsseldorf statt. Davon betroffen sind auch etwa 380 Beschäftigte der Pierburg Pump Technology GmbH am Standort Hartha. Die zweistündige Verhandlung erbrachte kein Ergebnis.
Dresden, 22. Januar 2026
„Noch sind wir in einigen Punkten meilenweit entfernt voneinander. Die Arbeitgeber haben uns ein Angebot zur Beschäftigungssicherung gemacht, das nicht ausreicht“, berichtet Steven Kempe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Dresden und Riesa sowie Mitglied der Verhandlungskommission. „Wir haben unseren Forderungskatalog auf den Tisch gelegt. Die Beschäftigten brauchen jetzt Sicherheit, was sie in Zukunft erwartet. Wenn vor dem Verkauf nicht geregelt wird, wie langfristig der Standort gesichert werden kann, begeben sich die Kolleginnen und Kollegen in eine große Unsicherheit.“
„Ein neuer Arbeitgeber bedeutet immer Veränderungen. Als Sicherheit wollen wir deshalb schon heute in einem Rahmensozialplan regeln, wie die Konditionen für Kündigungen in einem bestimmten Zeitraum aussehen. Diese langfristige Sicherheit erwarten die Beschäftigten von Rheinmetall“, so Kempe.
„Die Entscheidung für den Verkauf hat der Konzern getroffen. Jetzt fordern wir Rheinmetall auf, Verantwortung zu übernehmen“, so Steven Kempe weiter. „Ohne einen Überleitungsvertrag mit guten Regelungen drohen erhebliche Unsicherheiten. Den Beschäftigten geht es eben nicht nur darum, dass der Standort erhalten bleibt. Sicherheit und Vertrauen für einen zukünftigen Arbeitgeber, der bis heute nicht feststeht, spielen bei unseren Mitgliedern eine wesentliche Rolle.“
Trotz staatlicher Förderung im Jahr 2024 steht die Zukunft des Werkes und seiner Belegschaft auf dem Spiel. Bereits im Oktober legte der Konzernbetriebsrat eine detaillierte Analyse mit Vorschlägen zur Integration der zivilen Standorte in das Defence-Geschäft vor.
In der Vergangenheit gab es mit Rheinmetall klare Absprachen und gute Regelungen. Die IG Metall fordert Rheinmetall auf, die Leistung der Beschäftigten in den vergangenen Jahren anzuerkennen und jetzt für gute Regelungen in einem Überleitungstarifvertrag zu sorgen.
Die IG Metall warnt vor gravierenden Folgen für die Region:
Am 2. Februar wird die Tarifverhandlung fortgesetzt, dann mit einem größeren Zeitfenster.
Für Rückfragen:
Steven Kempe, 0151 162 393 24 und Andrea Weingart, 0177 59 63 859