10.04.2025 | Die Kolleginnen und Kollegen bei Heine Resistors in Dresden wehren sich gemeinsam mit der IG Metall weiter aktiv gegen die angekündigte Standortschließung. In der letzten Woche fand während einer Verhandlung mit dem Arbeitgeber eine Aktion statt. Die Beschäftigten fordern vom Unternehmen, ernsthaft Gespräche über den Erhalt der Produktion in Dresden zu führen.
Der Mutterkonzern Knorr-Bremse hatte im Februar angekündigt, die Produktion von elektronischen Widerständen für Industrie- und Bahnbereich nach Polen zu verlagern.
„Wir sind das Kompetenzzentrum für Widerstand!“ ist inzwischen das Motto der 42 Beschäftigten bei Heine Resistors, deren Arbeitsplatz in Dresden in Gefahr ist. Am Montag haben die IG Metall-Mitglieder die Forderung nach einem Zukunftstarifvertrag beschlossen und ihre Tarifkommission gewählt. Als 100-prozentiges Tochterunternehmen gehört Heine Resistors zum börsennotierten Knorr-Bremse Konzern, der 2025 mit einem Umsatz von 8.100 Millionen Euro rechnet. Der milliardenschwere Knorr-Bremse-Konzern ist bekannt dafür, Tarifflucht zu begehen und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Trotz der Ankündigung im Jahr 2023, die 42-Stundenwoche abzuschaffen, ist dies bei den meisten Knorr-Bremse-Standorten immer noch die Standardarbeitszeit. Knorr-Bremse ist als einziges Großunternehmen in der Metall- und Elektroindustrie im MDAX nicht tarifgebunden.
Julia Thiele-Schürhoff, die Tochter des verstorbenen Eigentümers der Knorr-Bremse, ist Aufsichtsratsmitglied bei Knorr-Bremse und hält 70 Prozent der Anteile. 2005 hat sie den gemeinnützigen Verein Knorr-Bremse Global Care e. V. gegründet und leitet diesen als Vorstandsvorsitzende bis heute. Der Verein engagiert sich weltweit für Menschen in Notlagen.
„Die Beschäftigten in Dresden fragen sich inzwischen, wie das zusammengeht: Engagement für notleidende Menschen in der ganzen Welt in der Stiftung und
gleichzeitig knallharte Gewinnmaximierung durch das Verlagern von Arbeitsplätzen in Deutschland“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dresden und Riesa. „Schließlich verdient Heine Resistors gutes Geld in Dresden. Warum die Verantwortung für die Beschäftigten in diesem Traditionsstandort nicht wahrgenommen wird, ist nicht nachvollziehbar.“
„Neben den 42 Kolleginnen und Kollegen mit ihren Familien ist auch die Existenz einer Werkstatt für behinderte Menschen bedroht, die eng mit Heine Resistors zusammenarbeitet“, so Christian Göbel, Politischer Sekretär der IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Gutes tun kann so leicht sein: Wir appellieren an Knorr-Bremse, diesen Standort zu erhalten!“
Für Rückfragen:
Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa, 0160 533 02 84