13.02.2026 | Die IG Metall begrüßt das erzielte Verhandlungsergebnis zum Überleitungstarifvertrag im Zuge des geplanten Verkaufs der Sparte von Rheinmetall Power Systems. Der Tarifabschluss schafft aus Sicht der Beschäftigten am Standort Pierburg Pump Technology GmbH in Hartha ein starkes Fundament für Sicherheit, Stabilität und planbare Perspektiven in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.
Standortsicherung und Zukunftsperspektive für Hartha
Für die Beschäftigten ist ein besonders wichtiges Ergebnis, die Sicherung des Standortes von mindestens drei Jahren als Produktions- und Entwicklungsstandort.
Diese Garantie umfasst den Zeitraum bis zum Closing und anschließend drei weitere Jahre.
Darüber hinaus wurde vereinbart, dass bei der künftigen Verlagerung von Anlagen oder Entwicklungsbedarfen aus anderen Werken - insbesondere aus dem bisherigen Werk Niederrhein oder aus Abadiano (Spanien) - geprüft wird, ob diese vorrangig nach Hartha übertragen werden können. Damit wird Hartha ausdrücklich als Standort mit Potenzial zur Stärkung und Erweiterung anerkannt.
Beschäftigungssicherung: Keine betriebsbedingten Kündigungen
Der Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis drei Jahre nach Closing vollständig aus. „Dies gibt den Kolleginnen und Kollegen in Hartha und den weiteren Automotive-Gesellschaften klare Sicherheit in einer Phase der Umstrukturierung“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa.
Tarifbindung, Betriebsvereinbarungen und Zusatzleistungen bleiben erhalten
Der Überleitungstarifvertrag garantiert, dass
- die Tarifbindung mindestens drei Jahre bestehen bleibt,
- alle bestehenden Betriebs- und Konzernbetriebsvereinbarungen fortgelten,
- und sämtliche Zusatzleistungen (Benefits) für mindestens drei Jahre unverändert weitergeführt werden.
Die betriebliche Altersversorgung bleibt unverändert erhalten, einschließlich aller bestehenden Anwartschaften.
Ausbildung und Qualifizierung gesichert
Die Pierburg Pump Technology GmbH verpflichtet sich, die betriebliche Ausbildung mindestens drei Jahre fortzuführen und jährlich mit dem Betriebsrat den Bedarf abzustimmen. Damit bleibt Hartha auch künftig Ausbildungsstandort und behält wichtige Kompetenzen im Nachwuchsbereich.
Langfristige Lieferbeziehungen mit Rheinmetall vorgesehen
Die zwischen dem Unternehmen und der Rheinmetall-Gruppe bestehenden Liefer- und Leistungsbeziehungen sollen - vorbehaltlich Abstimmung mit dem Erwerber - langfristig fortgesetzt werden. Das stärkt die wirtschaftliche Perspektive und Planungssicherheit.
IG Metall: "Ein starkes Signal für die Belegschaft in Hartha"
Die IG Metall bewertet das Verhandlungsergebnis als wichtigen Erfolg für die Beschäftigten am Standort Hartha. „Der Standort Hartha erhält mit diesem Tarifvertrag eine verlässliche Zukunftsperspektive. Wir haben Sicherheit für die Beschäftigten, eine klare Standortgarantie und Chancen auf zusätzliche Entwicklungsaufgaben durch mögliche Verlagerungen erreicht. Das gibt der Belegschaft Halt und stärkt Hartha für die kommenden Jahre“, erklärt Steven Kempe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Riesa. „Gestern haben die Mitglieder im Betrieb einstimmig für den Abschluss des Tarifvertrages gestimmt.“
Der Überleitungstarifvertrag tritt mit dem Closing des Verkaufs in Kraft. Erfolgt dieses nicht bis zum 31. Dezember 2026, verliert der Tarifvertrag seine Gültigkeit.
Nach der Ankündigung des Rheinmetall-Konzerns, den gesamten Automotive-Bereich mit rund 7.800 Arbeitsplätzen zu verkaufen, fanden mehrere Tarifverhandlungen zu einem Überleitungstarifvertrag in Düsseldorf statt. Davon betroffen sind auch etwa 380 Beschäftigte der Pierburg Pump Technology GmbH am Standort Hartha.
Für Rückfragen:
Steven Kempe, 0151 162 393 24 und
Andrea Weingart, 0177 59 63 859