Von der Werkbank zum Wissensstandort für VW - Mit Berichterstattung

IG Metall und Betriebsrat der Gläsernen Manufaktur schlagen „Neustart Faszination Forschung“ vor

06.11.2025 | Im Dezember endet die Serienproduktion des Elektroautos ID.3 in der Gläsernen Manufaktur. Trotzdem existiert immer noch kein tragfähiges Konzept für alle Beschäftigten der Gläsernen Manufaktur ab 2026, obwohl der VW-Vorstand dies im Dezember 2024 angekündigt hatte. Das verunsichert die Belegschaft: Für knapp ein Drittel der rund 300 Beschäftigten wäre ab 2026 keine sinnvolle Arbeit vorgesehen. Die IG Metall und der Betriebsrat legten heute eigene Vorschläge vor, die den Beschäftigten der Gläsernen Manufaktur in Dresden eine Zukunft am Standort ermöglichen könnten.

Pressekonferenz mit Thomas Aehlig, Betriebsratsvorsitzender Gläserne Manufaktur (li.) und Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa - Alle Fotos: Norbert Neumann

Bis heute ist die Gläserne Manufaktur weltweit einzigartig und ihre Nutzung eindeutig vertraglich festgeschrieben. Andere Nutzungskonzepte – etwa als Bürofläche – sind nicht ohne weiteres umsetzbar und vertraglich nicht gedeckt.

Die Vorschläge von IG Metall und des Betriebsrats bauen auf diesen einzigartigen Gegebenheiten der Gläsernen Manufaktur auf – und bestehen im Wesentlichen aus drei Säulen:

  • Verstärkte Forschung am Automobil der Zukunft mitsamt seinen Produktionsprozessen mit Schwerpunkt fürs Autonome Fahren
  • Erlebnischarakter erhalten dank Montage von Vorserien- und Sonderfahrzeugen
    mit Testparcours und Realfabriklabor
  • Besserer Vertrieb durch Nutzung der Strahlkraft des Standorts, indem die Auslieferung auf weitere Marken des Volkswagen-Konzerns ausgeweitet wird

Die Vorschläge verbinden vertragliche Vorgaben wie das Ende der Serienproduktion mit einer weiteren sinnvollen Tätigkeit für die Beschäftigten sowie einer Nutzung des einzigartigen Gebäudes. Ziel ist es, authentische Werksverhältnisse weiter zu behalten und gleichzeitig die Sparvorgaben zu berücksichtigen.

In Dresden arbeitet eine hochqualifizierte Belegschaft seit vielen Jahren im Automobilbau. Die Beschäftigten haben alle Transformationen gemeistert und gezeigt, dass sie leistungsfähig und veränderungsbereit sind. Mit dem Fokus auf die Forschung für das Automobil der Zukunft mit allen Produktionsprozessen kann das Know-how in Dresden eingesetzt werden, um eine hohe Fertigungstiefe – durch die Verknüpfung von Forschung und Fertigung - zu garantieren. In einer realen Produktionsumgebung können innovative Ideen erprobt und zur Serienreife gebracht werden. Auch die Innovations-Erprobung für die Circular Economy – also Kreislaufwirtschaft, bei der Komponenten von Autos wiederverwertet werden – könnte in der Zukunft in der Gläsernen Manufaktur eine Rolle spielen.

„Die Gläserne Manufaktur ist weltweit einzigartig – und ihr Zweck steht so auch vertraglich festgeschrieben“, erklärt Thomas Aehlig, Betriebsratsvorsitzender. „Die Montage von Autos ist das Herz der Gläsernen Manufaktur. Volkswagen darf dieses Herz nicht ins Koma versetzen, ohne einen neuen guten Plan für den Standort mit all seinen Beschäftigten umzusetzen. Mit unseren Vorschlägen können wir eine sinnvolle Beschäftigung der Menschen vor Ort erreichen.“

Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dresden und Riesa, ergänzt: „Die Beschäftigten der Gläsernen Manufaktur stehen mit Herzblut für den VW-Standort Dresden ein. Sie wollen und sie können einen entscheidenden Mehrwert für Volkswagen bilden – das beweist insbesondere der vorliegende Impuls des Betriebsrats. Wenn der Konzern die ausgestreckte Hand jetzt nicht annimmt, verspielt er die Zukunft eines hochattraktiven Standorts sowie der dort beschäftigten Mitarbeiter und schädigt zudem erheblich das Außenbild der Marke Volkswagen.“

Die Gläserne Manufaktur ist ein Vierteljahrhundert Erfolgsgeschichte für Volkswagen und für die Stadt Dresden: Als sie im Jahr 2001 ihre Pforten öffnete, war sie die erste Fabrik der Welt, die auf öffentlichkeitswirksame Montage von damaligen Spitzenklasse-Autos ausgelegt war. Die Gläserne Manufaktur ist zudem ein Tourismusmagnet: 2,7 Millionen Gäste aus aller Welt kamen seit Eröffnung. Sie erwirtschaftet einen Marketingwert von – konservativ gerechnet – 30 Millionen Euro jährlich für Volkswagen und die Stadt Dresden. Seit 2017 ist sie der Leuchtturm für E-Mobilität des Volkswagen-Konzerns, mit mehr als 55.000 Probefahrten in den vergangenen acht Jahren.

Berichterstattung: 

MDR Aktuell mit Audio-Beitrag, 6. November 2025, 15.35 Uhr

MDR Sachsenspiegel, 6. November 2025, 

Welt.de, dpa-Meldung, 6. November 2025, 13.14 Uhr

Freie Presse, 6. November 2025, 18.20 Uhr 

Sächsische Zeitung, 6. November 2025, 15.40 Uhr

Dresdner Neueste Nachrichten, 6. November 2025, 14.41 Uhr

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. November, 19.00 Uhr - mit Bezahlschranke

Antenne Sachsen, 6. November 2025, 16.30 Uhr

Oiger,de, 6. November 2025, 13.55 Uhr

Radio Dresden, 6. November 2025, 15.55 Uhr

MSN-Com.de, Dpa, 6. November 2025, 13.48 Uhr

Sachsen Fernsehen, 6. November 2025, 11.14 Uhr

Sachsen Fernsehen, 6. November 2025, 19.30 Uhr, ab Minute 6:24

Stern.de, Dpa, 6. November 2025, 13.12 Uhr

Mitteldeutsche Zeitung, 6. November 2025, 13.12 Uhr

N-tv.de, 6. November 2025, 11.08 Uhr

Tag24.de, 6. November, 21.07 Uhr

Radio PSR, 6. November 2025 (noch ohne link)

Zeit.de, 6. November 2025, 13.12 Uhr

Sächsische Zeitung, 5. November 2025, Interview mit Thomas Aehlig

Tag24.de, 5. November 2025, 20.25 Uhr

Sachsen Fernsehen, 5. November 2025, 11.18 Uhr

Hintergrund:

Die Gläserne Manufaktur in Dresden mit heute noch knapp 300 Beschäftigten ist lange ein Prestigeprojekt des Volkswagen Konzerns gewesen. Kunden und Besucher sollten Einblicke in die Endmontage erhalten. Bisher wurden in der Gläsernen Manufaktur (GMD) als Teil der Erlebniswelt ID.3-Elektro-Fahrzeuge aus Zwickau endmontiert (zuletzt etwa 6.000 Stück pro Jahr). Die Produktion endet zum Jahresende.

Für die Zeit ab 2026 liegt von Volkswagen noch immer kein alternatives Gesamtkonzept vor. Im Dezember 2024 war ein Nutzungskonzept und unter anderem eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 vereinbart worden. Im Tarifergebnis hieß es: „Die Volkswagen AG wird auch in Zukunft mit eigenen Aktivitäten am Standort präsent sein.“

Von: aw

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