IG Metall Dresden und Riesa
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13.11.2018, 08:11 Uhr

Stahlindustrie

Stahl stärken – Zukunft sichern: Riesaer IG Metall-Aktive auf Nationalem Stahlgipfel in Saarbrücken

  • 26.10.2018
  • Aktuelles, Bildergalerie, Branchen / Betriebe

„Diese Veranstaltung hat Mut gemacht, dass Politik und Wirtschaft reagieren“ heißt es von den Teilnehmer aus den Elbe-Stahlwerken Feralpi. Am 22. Oktober kamen über 2.500 Stahlarbeiter zum 1. Nationalen Stahlgipfel in Saarbrücken, um gemeinsam mit Menschen aus Wirtschaft und Politik über die Zukunft des Stahls zu diskutieren. Riesaer Kolleginnen und Kollegen haben sich auf den weiten Weg gemacht – und sind positiv gestimmt zurückgekehrt!

Fotos: IG Metall

Erstmals lud vergangenen Montag ein breites Bündnis aus Politik, Gewerkschaften und Stahl-Verbänden zu einem Stahlgipfel auf Bundesebene. Zentrale Aussage: Wir sind Stahl, wir sind stark – und Stahl ist Zukunft!

„Die große Anzahl engagierter Kolleginnen und Kollegen aus den Stahlwerken aus ganz Deutschland zusammen mit hochrangigen Vertretern von Gewerkschaften, Ministerien, Unternehmensvorständen war schon beeindruckend“, stellten die Vertrauensleute der Schmiedewerke Gröditz anschließend fest.

Noch nie hatten wir die Situation, dass die Politik des Saarlandes, mit Ministerpräsident Tobias Hans, mit der IG Metall und den Beschäftigten der Stahlindustrie, mit den Wirtschaftsminister/innen aus sechs Bundesländern, mit der Wirtschaftsvereinigung Stahl, den Vertretern der Vorstände der deutschen Stahlindustrie in einer solch großen Konferenz diskutieren, um Stahl zu stärken und die Zukunft der Stahlindustrie zu sichern. Entsprechend heißt es in dem durch alle Wirtschaftsminister/innen  unterzeichneten Abschlusspapier: „Die Stahlunternehmen sollen auch künftig möglichst viele Arbeitsplätze anbieten und absichern“. Die zentrale Forderung lautet weiter, dass man sich gegen die unfairen Stahlzölle durch US-Präsident Trump zur Wehr setzen müsse. Zudem seien weitere Maßnahmen für faire Wettbewerbsbedingungen durch die Bundesregierung notwendig. Weiterhin wird der EU-Emmissionsrechtehandel kritisiert.

Die klaren Worte wurden von den Teilnehmern als erfrischend aufgenommen, auch wenn Anlass zur Kritik bestand: „Dass sich Sachsen als Bundesland mit vier Stahlerzeugungsstandorten nicht explizit an der Abschlusserklärung beteiligt hat, sorgt für Unverständnis, so die Gröditzer.“ Auch die Zeithainer Kollegen aus dem Mannesmannröhren-Werk ärgern sich ein wenig: „Immerhin beschäftigt Sachsen 2900 Stahlarbeiter/innen, da haben wir uns schon als Stahlbundesland vermisst.“ Und die Teilnehmer aus den Elbe-Stahlwerken Feralpi stimmen überein: „Wir waren vor allem dort, weil wir als Stahlland zählen. Wichtig ist, dass auch ein Signal aus Sachsen kommt. Auch wir sind ein bedeutender Stahlstandort!“

Immerhin lieferten die Bundesminister Heiko Maas (Bundesaußenminister) und Peter Altmaier (Bundeswirtschaftsminister) deutliche Bekenntnisse, dass die Stahlindustrie eine unverzichtbare Grundstoffindustrie ist, deren Weiterbestehen kein Randthema sein darf: "Wir brauchen und wollen eine starke Stahlindustrie in Deutschland. Ihre Innovationen strahlen in die gesamte Wertschöpfungskette aus - vom Maschinenbau über die Autoindustrie bis zur Baubranche", so Altmaier.

Deshalb loben die Gröditzer Vertrauensleute: „Die Veranstaltung zeigte auf bisher einmalige Weise, dass sich alle Teilnehmer der Bedeutung der deutschen Stahlindustrie und die auf sie einwirkenden europäischen und internationalen Herausforderungen einig sind“.

Sehr zufrieden zeigten sich auch die Zeithainer Kollegen: „Die Veranstaltung war gut und richtig! Die Besetzung war hochkarätig und vermittelte den Eindruck, dass man auf politischer Ebene erkannt hat, dass es ohne ein Zutun schwierig ist, sich vor dem Hintergrund der momentanen Umweltpolitik und deren Auswirkungen zu behaupten.“

Dennoch wünscht man sich in Gröditz weiteres Engagement: „Dass die deutsche Stahlindustrie für eine gelingende Industriewende gebraucht wird, muss noch stärker als bisher auf allen politischen Ebenen deutlich gemacht werden. Dabei muss auch das Gespräch mit politisch Verantwortlichen gesucht werden, die der Stahlindustrie kritisch gegenüber stehen.“


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