IG Metall Dresden und Riesa
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25.06.2019, 19:06 Uhr

Tarifrunde Stahl Ost

Tarifabschluss bringt ostdeutschen Stahl-Beschäftigten mehr Geld und Zeit

  • 21.03.2019
  • Aktuelles, Branchen / Betriebe

Der Tarifabschluss für die ostdeutsche Stahlindustrie steht. Die Tarifvertragsparteien in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie haben am Mittwoch, 20. März, die Übernahme des Tarifabschlusses in NRW vom 17. März vereinbart. Das Tarifergebnis beschert den rund 8000 Stahl-Beschäftigten in Ostdeutschland deutlich mehr Geld, eine zusätzliche jährliche Vergütung und die Möglichkeit, diese Vergütung in freie Tage umzuwandeln.

v.l.n.r.: Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter und Dietmar Ringel, Verhandlungsführer der ostdeutschen Stahl-Arbeitgeber - Fotos: Volker Wartmann

Ab März 2019 bekommen die Kolleginnen und Kollegen 3,7 Prozent mehr Geld, eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro für die Monate Januar und Februar sowie eine zusätzliche dauerhafte jährliche Vergütung in Höhe von 1.000 Euro ab 2020. Diese Vergütung kann in freie Tage umgewandelt werden. Auszubildende erhalten in zwei Stufen je nach Ausbildungsjahr eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung von 88 Euro bis 188 Euro.

„Das ist ein umfassendes und zukunftsweisendes Tarifpaket, das deutlich mehr Geld und neue Wahlmöglichkeiten für mehr Freizeit bringt“, sagte Olivier Höbel, Verhandlungsführer und IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Auch in der ostdeutschen Stahlindustrie wird von den Kolleginnen und Kollegen eine hohe Qualifikation und hohe Flexibilität abgefordert. Die überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen entspricht der steigenden Bedeutung von qualifizierter Arbeit in der Stahlindustrie. Die zunehmende Verbindung von Ausbildung und Studium wollen IG Metall und Arbeitgeber zukünftig tariflich regeln.“

Tarifliche Zusatzvergütung kann in freie Tage umgewandelt werden
Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro, die jeweils zum 31. Juli ausgezahlt wird. Diese ist dauerhaft und tarifdynamisch. Die Beschäftigten können diese Vergütung in freie Tage umwandeln. Es sind bis zu 5 freie Tage möglich. Die tatsächliche Anzahl der umwandelbaren freien Tage bestimmt sich nach der Gesamtmenge der Anträge in einem Betrieb. Bei vielen Anträgen reduzieren sich die freien Tage für den Einzelnen. Können nicht alle gewünschten freien Tage realisiert werden, werden diese ausgezahlt.

Die Tarifverträge zur Altersteilzeit, zur Beschäftigungssicherung und über den Einsatz von Werkverträgen werden verlängert. Zudem wurde eine Verhandlungsverpflichtung für eine tarifliche Regelung für dual Studierende erreicht. Der Tarifvertrag läuft bis zum 28. Februar 2021.

Mit Druck zum Erfolg
Möglich wurde der Kompromiss durch den enormen Druck der Beschäftigten. An Warnstreiks und Aktionen hatten sich die Belegschaften aller ostdeutschen Stahl-Standorte beteiligt. „Dafür möchte ich allen herzlich danken. Ohne diesen großen Rückhalt hätten wir dieses große Tarifpaket nicht schnüren können“, so Olivier Höbel.

In der Nacht zu Sonntag, 17. März, war in Düsseldorf in der fünften Verhandlungsrunde ein Abschluss für die Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie erzielt worden. Dieser wurde am 20. März auch für die Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie übernommen.

Der Tarifabschluss im Detail:

Entgelt

  • insgesamt 100 Euro für die Monate Januar und Februar 2019
  • Ab März 2019: 3,7 Prozent Entgelterhöhung

Zusätzliche tarifliche Vergütung:

  • Ab 31. Juli 2020 jährlich eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1.000 Euro für alle
  • Diese Vergütung ist tarifdynamisch

Umwandlung in freie Tage:

  • Die zusätzliche tarifliche Vergütung kann von jedem Beschäftigten in freie Tage umgewandelt werden.
  • Der Antrag auf Freistellung für das folgende Kalenderjahr ist bis spätestens zum 31. August des Vorjahres zu stellen.
  • Die Anzahl der umwandelbaren Freistellungstage ist abhängig von der Gesamtzahl der eingegangenen Anträge.
  • Können nicht alle gewünschten freien Tage realisiert werden, werden diese ausgezahlt.

Auszubildende

Ab 1. Januar 2019

  • im ersten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 44 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 58 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 73 Euro
  • im vierten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 94 Euro

Ab 1. März 2020

  • im ersten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 44 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 57 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 73 Euro
  • im vierten Ausbildungsjahr eine Erhöhung von 94 Euro

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