IG Metall Dresden und Riesa
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08.12.2019, 06:12 Uhr

Metall- und Elektroindustrie

VW-Belegschaft erkämpft sich Standort-Perspektive: der ID.3 kommt!

  • 03.12.2019
  • Aktuelles, Branchen / Betriebe

Das lange Ringen hat ein Ende: Auf der Betriebsversammlung am 18. November verkündete Personalvorstand Gunnar Killian die Einrüstung für den ID.3 in Dresden ab Sommer 2020. Für diese Zusage haben Betriebsrat, Vertrauensleute und Belegschaft lange gekämpft.

Aktion der VW Vertrauensleute

Fotos: IG Metall Betriebsversammlung Volkswagen Gläserne Manufaktur Dresden

Große Erleichterung gab es am 18. November bei der zusätzlichen Betriebsversammlung der 380 Kolleginnen und Kollegen der Gläsernen Manufaktur, als Gunnar Killian das neue Standortkonzept vorstellte. „Dies entspricht unserer abgeschlossenen Standortvereinbarung von 2017.“, kommentiert Thomas Aehlig, Vorsitzender des Betriebsrats. „In dieser steht die Beschäftigungssicherung am Standort bis Ende 2025. Wie die Manufaktur nach Auslaufen des e-Golfs ausgerichtet wird, war bislang unklar.“

Seit nunmehr anderthalb Jahren warteten die Beschäftigten deshalb auf eine verbindliche Aussage, wie es in der Dresdener Manufaktur weitergeht. „Diese Ankündigung wurde höchste Zeit“, stellt Martin Maatz, Vertrauenskörperleiter am Standort, fest. „Wir haben lange um diese Zusage gekämpft und nicht wenige Kolleginnen und Kollegen hatten bereits Sorgen, wie es hier weitergeht. Das hat für reichlich Frust und Ärger in der Belegschaft gesorgt, aber uns auch zusammengeschweißt.“

Rene Rostock, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender: „Wir hatten hier richtig Druck auf dem Kessel. Die Leute wollten endlich Klarheit. Deshalb haben wir sie aktiv einbezogen und jede Möglichkeit genutzt, dem Management die dringende Notwendigkeit einer nachhaltigen Perspektive zu vermitteln.“

Los ging es mit Aushängen und Transparenten. In einer Wochenendaktion haben die Vertrauensleute mit der JAV und weiteren aktiven Kolleginnen und Kollegen ein „transparentes“ Transparent angefertigt und ein Video dazu gedreht.

Dieses wurde dann auch bei der 3. Betriebsversammlung im Oktober gezeigt, das Transparent ans Podium getragen und eine klare Aussage gefordert.

Die gesamte Belegschaft setzte ein Zeichen indem sie geschlossen Warnwesten trug, um beim Bericht der Geschäftsführung aufzustehen und den Rücken mit den Schriftzügen „Haltet Wort!“ und „Schafft Vertrauen!“ zuzudrehen.

Die Warnwesten wurden seitdem täglich getragen, das machte auch Eindruck bei den zahlreichen Besuchern der Gläsernen Manufaktur und sorgte oftmals für Nachfragen.

Parallel machte der Betriebsrat auf der Verhandlungsebene durchgehend Druck und beriet mit dem Arbeitgeber unterschiedliche Optionen. „Ausschlaggebend für den Durchbruch war letztlich die top organisierte Belegschaft mit einem starken Vertrauenskörper und die Unterstützung durch den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von VW Sachsen, Jens Rothe“, so Thomas Aehlig weiter. „Die kommende Herausforderung wird es nun sein, die Belegschaft für das neue Konzept zu qualifizieren, sodass wir in der zweiten Jahreshälfte 2020 mit der Produktion des ID.3 in Dresden durchstarten können.“

 


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