IG Metall Dresden und Riesa
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27.10.2020, 01:10 Uhr

Metall- und Elektroindustrie

„Was wollen wir? Die Schmiede bleibt hier!“

  • 13.10.2020
  • Aktuelles

10.10.2020: Belegschaft der Frauenthal Powertrain GmbH / Roßwein wehrt sich gegen Betriebsschließung

Fotos: IG Metall Riesa

Der Roßweiner Markplatz samstags um die Mittagszeit – außer der IG Metall-Demo ist nichts los in der Innenstadt. Nur die Apotheke ist offen, viele Geschäfte sind bereits wieder geschlossen oder generell nicht in Betrieb.

Befragt man einen der

wenigen Passanten, bekommt man eine einheitliche Aussage:

„Typisch, wieder wird ein Betrieb in Sachsen dicht gemacht, obwohl er über 110 Jahre Schmiedetradition verfügt! Und wo kommen dann neue Arbeitsplätze her, die hier eine attraktive Lebensperspektive sichern? Man muss sich doch nur mal umschauen, wie tot diese Innenstadt wirkt.“

110 Jahre Schmiedekompetenz – 110 Arbeitsplätze mit den guten Konditionen der Tarifbindung sollen jetzt nach Auffassung des Arbeitgebers stillgelegt werden – das ist doppelt bitter.

Nicht zuletzt deshalb erfahren die 160 demonstrierenden Kolleginnen und Kollegen, deren Familien und Freunde, Unterstützung aus einer ganzen Reihe regionalerer Betriebe. Delegationen der Schmiedewerke Gröditz GmbH, MSK Matec GmbH und Erwin Renz GmbH – beide aus Döbeln, Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH / Riesa, Mannesmann Röhrenwerke GmbH / Zeithain sind vor Ort. Der Betriebsrat der Teigwaren Riesa GmbH sendet eine Grußbotschaft, der Bürgermeister Veit Lindner spricht.

Die Forderung der Demonstrierenden: Die Arbeitgeber sollen der Aufforderung der IG Metall Riesa folgen und über Möglichkeiten zum Erhalt des Werkes verhandeln, erhält so den nötigen Nachdruck.

Die Unternehmensleitung hat über Jahre versäumt, neue Aufträge zu generieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Es ist auch keineswegs so, dass es keine Aufträge gäbe. Vielmehr beabsichtig die Unternehmensleitung zukünftig nur noch an einem Standort zu produzieren. Im Nordrhein- Westfälischen Plettenberg soll deshalb in Zukunft die Arbeit aus Roßwein erfolgen.

Jetzt hat sich die Unternehmensleitung den Fragen zu ihrem wirtschaftsstrukturpolitischen Selbstverständnis und zu ihrer sozialen Verantwortung zu stellen.