Neujahrsempfang - mit Bildergalerie

„Wir bleiben kämpferisch für unsere Zukunft“

23.01.2026 | Im Alten Pumpenhaus in Dresden trafen sich am 23. Januar viele Aktive der IG Metall Dresden und Riesa zum Neujahrsempfang 2026. Das Jahr 2026 birgt viele Themen: Betriebsratswahlen, Tarifrunde Metall und Elektro sowie Stahl, Arbeitszeit-Debatte, SBV- und JAV-Wahlen, und weitere Tarifrunden im Handwerk.

Neujahrsempfang der IG Metall Dresden und Riesa am 23. Januar 2026 im Pumpenwerk - Fotos: Norbert Neumann

„Auch wenn die Zeiten schwierig sind und die Herausforderungen gefühlt täglich zunehmen: gerade dann rücken wir zusammen und spüren, was Gewerkschaft ausmacht. Zusammenhalten, solidarisch sein und sich nicht verbiegen lassen, wenn der Wind stärker wird. Wir bleiben kämpferisch für unsere Zukunft!“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa, beim Neujahrsempfang am Freitagnachmittag in Dresden. Als Überraschungsgast war Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen zu den Aktiven gekommen. 

Rückblick auf 2025

Beim Rückblick auf das Jahr 2025 warf Stefan Ehly einen Blick auf die guten Aktionen des letzten Jahres. Der Industriepolitische Aktionstag am 15. März in Leipzig zeigte, dass die Metallerinnen und Metaller zusammenstehen für die Zukunft der Industrie in Deutschland. Am 4. Februar 2025 war Vorstandsmitglied Nadine Boguslawski nach Radebeul gekommen, um bei der Industriepolitischen Konferenz der Geschäftsstellen über Industriepolitik zu diskutieren. Am 23. Februar 2025 wurde ein neuer Bundestag gewählt.

„Wir haben uns nach langer Zeit und viel Kampf erfolgreich für einen Industriestrompreis eingesetzt“,  so Stefan Ehly, „Das reicht aber noch lange nicht aus - zur Rettung der Stahlindustrie etwa ist noch viel zu tun“.

„Auch wenn die Mitgliederentwicklung im vergangenen Jahr leicht rückläufig war, sind wir mit neuen Formen offensiver Gewerkschaftsarbeit zunehmend erfolgreich und bauen Stärke sowie neue Mitglieder für die IG Metall auf“, berichtete Stefan Ehly.

Tarifrunden

2025 wurden Tarifrunden im Stahl, bei den Textilen Diensten, im Kfz-Handwerk und bei der Leiharbeit durchgeführt. Etabliert hat sich bei den Tarifrunden, dass die Beschäftigten konsequent angesprochen wurden. „Gerade in der Stahl-Tarifrunde war das bei uns in den Geschäftsstellen spürbar und unsere Aktiven haben hier mit viel Leidenschaft neue Maßstände gesetzt“, so Stefan Ehly. Bei den Textilen Diensten gab es in der Tarifrunde Warnstreiks und Aktionen in allen Betrieben, bei CWS, Bardusch und erstmals auch bei ALSCO.

Betriebliche Themen

Bei Heine Resistors haben sich die Kolleginnen und Kollegen mit zahlreichen aktiven Mittagspausen und weiteren starken Aktionen erfolgreich für ihren Standorterhalt eingesetzt. Ende Juli 2025 war klar, das Tochter-Unternehmen von Knorr-Bremse, die Produktion von Industriewiderständen bleibt und steht für die industrielle Zukunft in Dresden.

Auch die Kolleginnen und Kollegen der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen forderte eine Zukunft. Mit Presseterminen und Aktionen wurde auf das Drama am Standort aufmerksam gemacht und für die Zukunft gekämpft.

In der Geschäftsstelle Riesa wurde Dennie Pannier, stellvertr. Betriebsratsvorsitzender der Mannesmannröhrenwerke in Zeithain, zum Zweiten Bevollmächtigter der IG Metall Riesa gewählt.

Ausblick 2026

Stefan Ehly begrüßte Tabea Dammann als neue Jugendsekretärin der IG Metall Dresden und Riesa. Florian Özcan ist als Erschließungssekretär für die Branche Halbleiter gestartet. Und als Projektsekretär startet Armin Zander.

Betriebsratswahlen 2026

Schon im Juni 2025 wurden mit einer Auftaktveranstaltung die Betriebsratswahlen 2026 in den Fokus genommen. Anschließend fand ein Workshop mit den Wahlkämpfern der Betriebe statt. Derzeit läuft noch die Qualifizierung und Unterstützung der Wahlvorstände. In Dresden und Riesa begleitet die IG Metall 148 Betriebe und 458 Betriebsräte durch die Betriebsratswahlen.

„Die Betriebsratswahlen sind die zweitgrößte politische Wahl nach der Bundestagswahl und sie haben damit eine große Bedeutung für die Demokratie in den Betrieben. Sind eine gesamtgesellschaftliche Mammut-Aufgabe“, so Stefan Ehly. „Die IG Metall ist ein extrem wichtiger Akteur bei der Umsetzung. Gerade wenn Ministerpräsident Michael Kretschmer die Arbeitszeitregelungen angreift, gehen wir an die Öffentlichkeit.“

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen hat in dieser Woche ein erster Auftakt stattgefunden. Klar ist, dass es eine besondere Tarifrunde wird. „Aber wir gehen stark und selbstbewusst in die Tarifrunde“, so Stefan Ehly. „Denn gute gewerkschaftliche Strukturen machen sich nicht nur bezahlt, wenn etwas zu holen ist, sondern insbesondere dann, wenn die Situation schwierig ist und die Belegschaften unter Druck gesetzt werden!“

Stahl

Im Stahl gab es 2025 einen Tarifabschluss mit bewusst kurz gehaltener Laufzeit. „Die Erwartungshaltung der Kolleginnen und Kollegen ist hoch, dass die Arbeitgeber sich zu den Standorten bekennen und auch wissen, was gute Arbeit wert ist“, so Ehly.

Auf der Tagesordnung steht auch noch die Auseinandersetzung um das Werk von Rheinmetall in Hartha. Derzeit finden Tarifverhandlungen um einen Überleitungstarifvertrag statt.

Halbleiter-Industrie

Bei der Halbleiter-Industrie wurde die enge Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Berlin ausgebaut. Das dort angesiedelte Digitalprojekt soll künftig mit den Aktivtäten in der Halbleiterindustrie zusammengedacht werden, um Synergien zu fördern und neue Formen der Ansprache zu finden. Dafür ist ein gemeinsamer Workshop im April und eine gemeinsame Konferenz im September geplant.

Aktiven-Brunch

Viermal im Jahr werden zukünftig an einem Samstag alle betrieblichen Aktiven zu einem Austausch in lockerer Atmosphäre ins Gewerkschaftshaus eingeladen. Es geht darum, sich über gewerkschaftliche Themen auszutauschen und eingeladen werden alle interessierten Aktiven, auch ohne Funktion und Gremienzugehörigkeit in der IG Metall.

Von: aw

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